Ich wurde in Dresden geboren. Meinen Vater spülte der Krieg aus der Heimat und der Hunger trieb ihn an die Universität. Naturwissenschaft sollte es sein, was Konkretes. Kernphysik, das war progressiv. Arbeiter- und Bauernstaat und das Atom, die große Utopie. Die Mutter aus kleinbürgerlichem Haus folgte gern in die Großstadt. So reichen meine Wurzeln nach Mecklenburg. "Schwarze Schwermut, Schnaps und wenig Phantasie." (Heiner Müller)
Jahrgang 1966. Die Generation zwischen allen Stühlen. "Der Letzte macht das Licht aus!" Wir waren überzeugt, dass dies unser kategorische Imperativ ist. Doch als die Musik aufhörte zu spielen, gruben wir uns voller Enthusiasmus gerade ein und waren bereit für einen langen Stellungskampf. Peinlich. Dieses Gefühl, immer zur Unzeit zu sein, begleitet mich seitdem.
Sechs Jahre meiner frühen Kindheit habe ich in der Sowjetunion verbracht, was mich überraschend nachhaltig geprägt hat. Es ist paradox, doch ausgerechnet in der grauen Uniformität des Staatssozialismus wurde ich vom Bazillus des Elitären infiziert, den mir bis heute keine noch so homogene Konsumentengemeinschaft austreiben konnte.
Ich habe an der Hochschule für Film- und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam / Babelsberg studiert, weil ich in Bildern denke und meine Sprache arm ist. Versaut vom Alltag, verkümmert vom Schweigen. 1995 machte ich das Diplom für Film- und Fernsehregie, seitdem freiberufliche und überwiegend dokumentarische Arbeit.