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Der Film hat das Schicksal deutscher Zivilgefangener zwischen 1945 und 1955 in der Sowjetunion zum Inhalt. Spionage, Sabotage, Wehrwolf oder schlicht antikommunistische Aktivität lautete der Vorwurf für die von den Sicherheitsorganen der sowjetischen Besatzungsmacht Entführten, Verschleppten und Verhafteten. Wenn nötig wurden die Schuldeingeständnisse unter Folter erpresst, das Standardurteil lautete zehn bis fünfundzwanzig Jahre Zwangsarbeit in den Straflagern der Sowjetunion. Unter den Sklaven des GULAG hatten die Lager um die Kohlevorkommen in WORKUTA, jenseits des Polarkreises gelegen, einen berüchtigten Ruf. Im Film kommen Überlebende der Eishölle zu Wort. Sie berichten vom Weg ins Lager, von den Torturen der Zwangsarbeit, vom Sterben und ihrem Überleben, ja sogar vom Widerstand am Eismeer. Und sie erinnern sich an ihren Empfang in der Heimat, an die Reaktionen der Mitbürger und daran, dass ihr Schicksal mehr und mehr in Vergessenheit geriet. Für diesen Film hat sich die Zeitzeugin Ursula Rumin (80) nochmals auf die beschwerliche Reise in die Vergangenheit begeben. Berlin - Moskau - Workuta sind die Stationen der Fahrt, qualvoll die persönliche Erinnerung und je unschärfer die konkreten Orte des Geschehens werden, umso deutlicher offenbaren sich die historisch gewachsenen Deformationen der russischen Gesellschaft heute.