Bedingt durch meine Sozialisation, finden mich vor allem die osteuropäischen Themen. Historische Minenfelder sind die fruchtbarsten Orte und Kontur kommt von Kontroverse. Auch wenn vom großen Entwurf nach dem Korrektiv des Faktischen nur noch eine kaum wahrnehmbare Geste bleibt - schon der Versuch ist identitätsstiftend. Er kratzt an der so verdammt komfortablen, selbstgezimmerten eigenen Beschränktheit.
Drei Generationen Diktatur, das bleibt nicht ohne Folgen. Letztlich verfilme ich nur immer wieder die eigene Biografie. Das ist zwar kein Gebirge, dafür authentisch. Aus der Wunde kommen die Bilder, manchmal kann man sie festhalten, bearbeiten, vorführen. Sollte sich das perspektivisch wider erwarten erschöpfen, wäre das ein grauer Tag. Filmen ist kein Job, sondern eine Form der Kommunikation, des sozialen und intellektuellen Austauschs. Ohne dem bleibt bloss Zynismus. Wie sonst wären diese selbstzufriedenen Oberflächlichkeiten, stilistischen Zumutungen und aufmerksamkeitsheischenden Kurzatmigkeiten erträglich? Der Dokumentarfilm stirbt im Fernsehen gegenwärtig und ist im Kino noch nicht wieder angekommen. Zwischenzeit. Wie immer.